Was MOTIVATION und EROS gemein haben

Zu Anfang eine kleine Begebenheit die sich zutrug am vergangenen Wochenende auf einer Fortbildung: „Was mir noch fehlen würde, das sind eine paar Motivationsübungen. Methoden, mit denen ich die Teilnehmer (in diesem Fall ging es um Kulturelle Bildung mit Kindern/Jugendlichen) motivieren kann“.

Ich habe es bei dieser Frage kaum ruhig auf meinem Stuhl ausgehalten.

Motivation ist per Definition: Das auf emotionaler bzw. neuronaler Aktivität (Aktivierung) beruhende Streben nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. (Quelle: Wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Motivation)

Wir alle, in diesem Fall die Teilnehmer, können also nur motiviert sein wenn wir ein Ziel haben – und im günstigen Fall natürlich ein selbstgewähltes/-bestimmtes.

Ergo: Es gibt keinen Grund sich zu wundern, dass es in unendlich vielen Fortbildungen in welche die Teilnehmer „hineingezwungen“ werden, da irgendein Chef, das Jobcenter oder sonst wer meint, dies sei diesen Menschen dienlich, an Motivation seitens der Teilnehmer mangelt. Dasselbe gilt für unsere Schulen.

Logisch – warum sollten wir uns auch in Bewegung setzen wenn wir nicht einmal wissen wohin oder warum, bzw. dieses „wohin und warum“ nicht uns selbst entspringt. Leider wird uns dies – wie wir aus der Glücksforschung wissen – unglücklich machen.

Es gilt also in allen Situationen im Leben ein Ziel zu entwickeln und zu definieren – und als Kursleiter haben wir die Möglichkeit dies gemeinsam mit den Teilnehmenden zu tun. Da die Menschen im Großen und Ganzen Grundmotivationen in ihrem Leben haben ( finanzieller Zuwachs, Ruhm, Glück, soziale Gerechtigkeit … um nur einige zu nennen) macht es Sinn, z.B. in einem Seminar, an diese anzuknüpfen.

Für uns selbst bedeutet dies: sobald wir unsere Grundmotivationen im Leben kennen, fällt es uns in „ziellosen Zeiten“ leichter, uns wieder „in die Spur zu kriegen“ bzw. neue Ziesetzungen zu entwickeln.

Das Wissen um die eigenen Grundmotivationen ist ebenfalls eine große Hilfe bei Entscheidungen.

Philosophisches: Solange wir am Leben sind, sind wir ja alle mehr oder weniger „in Bewegung“ und streben somit „irgendwo hin“ (wäre dem nicht so, würden wir in absolute Bewegungslosigkeit verfallen- Tod). Gibt es also doch so etwas wie eine „Grundmotivation“? Eine die für uns alle gilt?

Hier möchte ich gerne den EROS ins Spiel bringen.

Die griechischen Philosophen hielten den Eros für die treibende Kraft in allen menschlichen und nichtmenschlichen Dingen. Er war der Impuls, der alle Dinge nach Vervollkommnung sich sehnen und streben ließ. Das Samenkorn wurde erotisch dazu bewegt, ein Baum zu werden, genau wie menschliche Wesen durch den Eros dazu getrieben wurden, einsichtig zu sein und eine politische Ordnung zu schaffen, die so gerecht und harmonisch war wie die der Natur. Der Eros war nicht zu trennen von der Potentialität oder Verheißung (der Potenz oder Kraft), die in der Substanz aller Dinge schlummerte.

In der ursprünglichen Vision, die das Wort ins Leben rief, war erotische Potenz also nicht auf sexuelle Kraft beschränkt, sondern schloß auch die Triebkraft mit ein, die jede Lebensform vom Zustand bloßer Möglichkeit in die Wirklichkeit drängte. (Auszug aus: Sam Keen, Die Lust an der Liebe, Leidenschaft als Lebensform 1985 – ein sehr empfehlenswertes Buch!)

Die griechischen Philosophen gingen also davon aus, dass uns allen ein Streben nach Vervollkommnung innewohnt.

Dies deckt sich (für mich) mit Vera F. Birkenbihls Definition von ERFOLG: Für mich ist ein Mensch erfolgreich, der es schafft, das zu werden, was er eigentlich sein könnte (aus: Der persönliche Erfolg; Vera f. Birkenbihl)

ERFOLG – die FOLGE (das handelnde Umsetzen) von ERKENNTNIS (um unser ureigenes Potential bzw. die Vision unserer Vervollkommnung).

Wenn Sie also sich selbst, Menschen in ihrem Umfeld, oder Menschen mit denen Sie arbeiten motivieren wollen so entwickeln Sie

  • ein (gemeinsames) selbstgewähltes/-bestimmtes Ziel (sofern dies nicht vorhanden)
  • Erkennen Sie ihr Potential (das der Teilnehmenden)
  • schaffen/geben Sie Raum für dessen Entfaltung (dies geschieht in dem Sie daran Glauben und darauf Vertrauen —- Zu-trauen)

Die Energie und Schaffenskraft in Ihnen und/oder um Sie herum wird gerade zu anfangen zu flirren und Sie tragen – wohin auch immer Sie wollen.

Viel Erfolg. Tanja Ries.


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2 Gedanken zu “Was MOTIVATION und EROS gemein haben

  1. Wieder einfach wunder voll!
    Das zu trauen….beschäftigt mich auch sehr!

    Danke liebe Tanja und alles Liebe, viel zu trauen in dich, andere und das Leben, wünscht dir,
    Marion***

    • Aja, hast du Tipps was man tun kann, wenn man sich wie gelähmt (Angst) fühlt?!

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