Angst … ist eine Abwesenheit

Es war einmal ein kleine Angst – die freute sich gar sehr

einer hatte sie beim Namen genannt – und so wurde sie immer mehr

Das sprach sich rum – land ab, land auf – und so wurde sie groß und schön

und obwohl sie eigentlich gar nicht wa(h)r – meint ein jeder, er hätt sie gesehen

Der einen, dem anderen fiel das auf – dass sie nicht existent – und sie riefen’s heraus

und es sprach sich herum und die Angst ward nicht mehr

– die Geschichte die ist jetzt aus.

Die Angst wird von vielen Menschen als etwas fast schon gegenständliches gesehen. Etwas, das auf uns zu kommt, das uns umhüllt, das uns einnimmt – manchmal aus dem tiefen Innen heraus, manchmal als bedrohliches Etwas von außen.

Und je mehr wir den Blick auf sie richten, je mehr wir gegen sie ankämpfen, je mehr wir uns mit ihr, als etwas Existentem beschäftigen, je mehr wir sie nähren – desto größer wird sie. Unendliche Bücher wurden geschrieben, sie wurde Kategorisiert, mit immer neuen und noch raffinierteren Namen benannt, wurde gehegt und gepflegt und durfte wachsen – als fester Bestandteil eines jeden Lebens, als fester Bestandteil unserer Gesellschaft.

Henning v. d. Osten (Bewusstseinsforscher) hat eine – wie ich finde – wunderbare Definition der Angst:

„Angst ist eine Abwesenheit … da fehlt etwas im Menschen“

Wenn wir also davon ausgehen, dass Angst ein Nichtvorhandensein, eine Abwesenheit von …  ist, quasi ein Vakuum darstellt, dann ist es ein Leichtes diese „Loch“ zu füllen – vor allem wenn wir davon ausgehen, dass uns ja allen nichts fehlt: Wir kommen als vollständige, ganze, wunderbare Wesen auf die Welt. Womöglich haben wir kurzzeitig die Verbindung zu einem Teil von uns verloren, oder wir sind gerade nicht in der Lage unser ganzes Potential zu sehen oder zu erleben – dann lüften wir eben den Schleier und legen uns wieder frei.

Aber, zurück zur Angst. Wenn wir z.B. Flugangst haben, dann fehlt uns vielleicht das Vertrauen in den Piloten, oder in die Technik; wenn wir Angst vor dem All-ein-sein haben, oder vor einer Entscheidung, so fehlt uns das Vertrauen in uns selbst, in das Leben … wenn wir Lampenfieber haben (eine Form der Angst mit schickem Namen), so haben wir kurzzeitig das Vertrauen ins uns und unsere Fähigkeiten verloren, haben kein Werkzeug bei uns, unsere Potentiale jederzeit gezielt sichtbar zu machen und einzusetzen.

Angst ist somit die Abwesenheit von Vertrauen, Selbst-Sicherheit — letztendlich können wir es auch auf den Begriff der Liebe hinaus laufen lassen (was natürlich eine kleine Gefahr birgt, da die Liebe nicht für jeden klar definiert ist ;-)). Es lohnt sich also, sich mit sich selbst zu beschäftigen, ist gar notwendig (im Sinne die Not zu wenden) zu schauen und zu forschen was unsere Selbst-Sicherheit ausmacht, was für uns Vertrauen bedeutet, und ob der Mangel an Vertrauen in andere nicht auch mit einem Mangel an Vertrauen in uns selbst einher geht.

Mir gefällt das Bild der Angst, als Abwesenheit von … sehr gut. Es ist ein Bild, dass weit entfernt ist von dem Gefühl der Ohnmacht welches mit der Angst einhergeht; es ist ein Bild der Selbstermächtigung.

Ich er-innere mich (an das was mein(e) Selbst(Sicherheit) ausmacht) und fülle das Loch – weg ist es. Ich fülle das Nichtvorhandensein mit dem Vorhandenen. Ich fülle die Abwesenheit mit mir Selbst. Selbst-wirksamkeit.

Und sollte sie, die Angst, uns doch noch ab und an begegnen, so können wir sie als freundlichen Fingerzeig betrachten, als eine Hinweise darauf, was uns gerade fehlt, was wir vernachlässigt haben oder worauf wir unseren Blick in der letzten Zeit nicht gerichtet haben. Unser Selbst fühlt sich eben wohler wenn wir uns regelmäßig und liebevoll uns zuwenden.

Um mit den Worten von Judith Jannberg zu schließen: „Angst ist eine strenge, aber gerechte Freundin.“

Eine die uns hinweist auf die Abwesenheit, die uns begleitet auf dem Weg zur Fülle.

Tanja

P.S. das Zitat von Henning v. d. Osten (Bewusstseinsforscher) ist aus der Sendung ALPHA, Sendung 8, Kreativitaet(mit Vera F Birkenbihl) des BR bei 25,3 Minuten — und ist auch als ganzes sehr sehenswert. http://video.google.com/videoplay?docid=6702688789167670993#

 

 

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Ein Gedanke zu “Angst … ist eine Abwesenheit

  1. sehr erleichternd..irgendwie dient diese Einstellung als Argument fürs positive Denken; wenn es im Universum eine grundsätzliche Anziehungskraft gibt, dann zieht man an, was man denkt; wenn ich immer an meine Ängste denke, dann ziehe ich Ängste an, oder Gründe um ängstlich zu sein; wenn ich aber, den „Loch“ der Abwesenheit der Angst mit positiven, verwendbaren Gedanken fülle, dann ziehe ich mehr von dem Positiven im Leben an..

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