Rituale, oder: Veränderungen gestalten

Liebe Leser_innen,

Veränderungen brauchen Rituale. Überhaupt – das Leben braucht Rituale um die Übergänge von dem einen in den anderen Zustand zu markieren und zu manifestieren, zu zelebrieren und sich bewusst zu machen.

„… noch am Abend hatte ich den spontanen Gedanken, etwas im Fluss zu versenken. Wobei ich gleich das Gefühl hatte, dass, etwas zu versenken eher für etwas steht, das man hinter sich lassen will. Dann war ich also schon mal so weit: alles, was mich in meiner beruflichen Welt bisher unzufrieden gemacht hat, in den Fluss werfen. Also brauchte ich noch eine Geste für meinen Neuanfang. Dieser Geistesblitz kam mir dann beim ins Bett gehen. Da es sich anbietet, im Fluss Steine für alles, was ich hinter mir lassen will zu versenken (die mir dann gleichzeitig vom Herzen fallen), ist mir der Gedanke gekommen, auch für die „Neuanfangsgeste“ bei Steinen zu bleiben und mir einen Edelstein zu besorgen, der Wirkungen entfaltet, die für meinen Start in die Selbständigkeit hilfreich sein können. Also bin ich in so ein Esoterik-Geschäft und da hat der passende Stein mich gefunden. Ein Calcit, der mich jetzt in der kommenden Zeit mit dem unterstützt und mich an das erinnert was ich gerade brauche: Mut, die Kraft, Ideen in die Tat umzusetzen, Selbstvertrauen, Befreiung von starrem Gedankengut, innere Tatkraft und Standvermögen.“ (leicht veränderter Text einer Klientin)

Gesellschaftlich gesehen haben wir immer weniger gemeinsame bzw allgemein gültige Rituale, was zum einen darin begründet liegt, dass ein Großteil der christlichen Rituale die unser (westdeutsches) Leben bestimmt haben wegfallen (Taufe, Kommunion/Konfirmation, Hochzeit), die ehemalige DDR ebenso ihrer Rituale beraubt wurde (z.B. Jugendweihe) und den Rest der Individualisierung unserer Gesellschaft geschuldet ist. Können Sie sich noch daran erinnern dass man früher niemals um 20h jemanden angerufen hätte? – Alle haben die Nachrichten geschaut. Ebenso gab es eine Mittagsruhe, der Sonntag war heilig … und die Sportschau auch ;-).

So liegt es nun also in unserer Hand die Übergänge unseres Lebens rituell zu gestalten – um sie sichtbar zu machen, fühlbar, um sie zu begehen und zu bezeugen.

Immer, wenn wir einen Schritt in das „Neue“ tun, uns bewusst für eine Veränderung in unserem Leben entscheiden macht es Sinn, diesen Schritt durch ein Ritual zu manifestieren. Das kann die schriftliche Festlegung des Vorhabens sein, ein „Vertrag mit sich selbst“ – was in jedem Falle große Kraft entfaltet – begleitet von einer rituellen Handlung.

Rituale

Werfen Sie Steine ins Wasser und lassen Sie all das hinter sich was Sie jetzt nicht mehr brauchen, schreiben Sie Briefe und verbrennen Sie sie, rufen Sie in den Wind hinein, Pflanzen Sie Bäume oder springen Sie ins Wasser, tanzen Sie, umringt von Blättern auf denen das „Neue“ definiert ist, laden Sie Freunde ein und halten Sie eine Rede, springen Sie über Besen oder kaufen Sie sich ein neues Kleidungsstück welches Sie, in dem Leben nach dem Übergang, repräsentiert, misten Sie aus oder richten Sie sich einen neuen Arbeitsplatz ein. Lassen Sie sich etwas einfallen – der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt :-).

Die kleinen Rituale des Alltags

Um Veränderungen im Alltag zu manifestieren lohnt es sich, sich neue Gewohnheiten zu zu legen. Fangen Sie einfach an (um zu Verhindern sich gleich zu Anfang zu überfordern und möglicherweise dem „geliebten“ Scheitern Raum zu geben). Beginnen Sie den Tag neu! 10 Kniebeugen reichen. Oder ein großes kühles Glas Wasser am Morgen? Ein halbe Stunde Ruhe, Lesen oder „Nichtstun“ – bevor Sie ihr Tagwerk beginnen? Eine kurze Visite an ihrem „Ort der inneren Sicherheit“? Eine Dankesliste um in den Tag zu starten? Eine neue Teesorte, deren Genuss Sie sich am Mittag 20 Minuten lang widmen? Jeden Abend 10 Sachen aufschreiben die toll waren und Sie mit Freude erfüllt haben? Ein Postkarte jede Woche an einen Menschen an den Sie gedacht haben? Ein neuer Weg zur Arbeit? … auch hier sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt … und nach und nach werden aus den 2 neuen Gewohnheiten 3, und dann 4 und dann …

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Gestaltung Ihrer Veränderungen … und freue mich auch über Geschichten die von Ihren Ritualen berichten.

Tanja Ries

P.S. und wer gerade mitten im Verändern bzw kurz davor ist, dem biete ich gerne an, an einem meiner Sommerworkshops teilzunehmen. Quasi, als „rituelle Begleitung“ 😉 http://www.tanjaries.de

SOMMER (Workshops) IN BERLIN

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Ein Gedanke zu “Rituale, oder: Veränderungen gestalten

  1. Huhuuu Tanja Schatz!

    Wie immer einfach großartig!

    Überlege mir gerade was 🙂 Das in den See springen ist ne super Ideeeee – uns sind ja keine Grenzen gesetzt was nun ein Ritual für uns ist und welche Bedeutung wir ihm geben!!!

    Also herzlichen Dank auch nochmals für das stimmige und inspirierende, kraftgebende, liebevolle Seminar bei und mit dir 🙂 ❤

    Fühl dich umarmt, von mir,

    Marion***

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