Der persönliche USP

Liebe Leser_innen,

„Der persönliche USP, was ist das eigentlich“ – darauf möchte ich in diesem Blogbeitrag eingehen.

USP ist ein Begriff aus dem Marketing. Die UniqueSellingProposition, oder auf deutsch: das Alleinstellungsmerkmal, oder UnverwechselbarSichbarPräsent, oder: UnserSymphatiePunkt. Kurz – das, was uns als Persönlichkeit auszeichnet, fern von den von uns erworbenen Ausbildungen und Zertifikaten.

Ich möchte Ihnen zu Anfang ein paar Fragen stellen die Sie, während des Lesens, für sich beantworten können.

Ist es nicht so, dass schon die ersten Sekunden einer Begegnung dazu ausreichen, dass wir uns ein Bild von einem Menschen machen? 

Dass wir glauben zu wissen, ob dieser Mensch eher ein lustige Bohne oder ein Miesepeter ist, ob wir ihm/ihr vertrauen? 

Ob er pünktlich ist und gewissenhaft oder eher laissez-faire?

 Geht es den anderen mit uns nicht genau so?

Bestimmen nicht unsere Website, Visitenkarte oder unser Photo im Kontakt mit  zukünftigen Arbeitgebern den ersten Eindruck? Und werden diese sich eher aufgrund unserer angegebenen Qualifikationen und Fortbildungen für uns entscheiden oder aufgrund dieses ersten „Gefühls“ das sie bei uns haben?

Ist es nicht so, dass gerade Elemente wie „ein gewisses Strahlen“, der Eindruck vertrauenswürdig zu sein oder freundlich oder über eine besondere Klarheit zu verfügen die Entscheidung für uns massgeblich beeinflussen?

Ist es möglich, diese Potentiale die in unserer Persönlichkeit angelegt sind schon in diesem Ersteindruck eindeutig zu kommunizieren?

Sieht man was wir denken wenn wir vor dem Photographen sitzen? 

Sind diese entscheidenden Elemente spürbar wenn wir jemandem die Hand reichen und „Hallo“ sagen?

Können Sie die Wirkungspotentiale Ihrer Ausstrahlung benennen? Jetzt?

Sind Sie sicher, dass Ihre Wahrnehmung mit der Wahrnehmung der anderen übereinstimmt?

Wenn Sie die beiden letzten Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, ist es Ihnen dann möglich diese Essenzen ihrer Persönlichkeit zielgerichtet einzusetzen?

Glauben Sie, dass Ihre innere Haltung und die Ziele die Sie selbst verfolgen in ihrer Ausstrahlung sichtbar werden?

Kennen Sie Ihre Ziele? Sind sie greifbar oder eher vages Gefühl?

Sind Sie in ihrer ganzen Vielfalt und mit ihren, Sie auszeichnenden Stärken, sichtbar?

Lohnt es sich nicht sich seiner individuellen Wirkungspotentiale bewusst zu werden?

Erhöht dies nicht die Chance auf Erfolg im gesamten Bereich der Kommunikation?

Ich weiß nicht wie Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, kann jedoch auf die eine oder andere eine Antwort geben: Ja, man sieht was wir denken wenn wir vor dem Photographen sitzen. Sie kennen das. Es gibt Portraits da sieht uns jemand so richtig an, da ist jemand da. Sichtbar. Präsent. Und wir haben sofort einen Gesamteindruck von der Person die uns anblickt. Und andere, da haben wir ein „ganz schönes Bild“ vor uns liegen, jedoch sagt es uns nichts.

Gesetzen Falls, sie haben ein Bild vor sich liegen bei dem jemand wirklich „da“ ist, stellt sich noch die Frage: Zeigt diese Person sich nun? Ist mein Eindruck von dieser Person mit dem Wesen dieser Person deckungsgleich? Auch das dürften Sie kennen. Zum Beispiel wenn wir auf eine Netzwerkveranstaltung gehen oder ein Seminar besuchen und uns vorher über die Teilnehmer und Dozenten informiert haben: Wie viele dieser Personen erkennen Sie dann? Bei wie vielen haben Sie das Gefühl “ genau so habe ich mir Sie/Ihn vorgestellt“?

Dieser erste Eindruck ist ein Versprechen  – und wir sollten diesen so gestalten, dass wir dieses Versprechen einlösen können. Nicht mehr, nichts anderes, und vor allem nicht weniger versprechen, als das was, uns ausmacht und was wir einlösen werden.

Und, nein, in der Regel existiert ein Kluft zwischen Fremd – und Selbstwahrnehmung.

Da gibt es zum einen die Potentiale, die uns so selbstverständlich erscheinen, dass wir sie niemals als solche bezeichnen würden, geschweige denn bewusst einsetzen. Und zum anderen gibt es den berühmten „Blinden Fleck“. Das ist das, was die anderen an uns sofort sehen und wahrnehmen – wofür wir jedoch kein Bewusstsein haben.

Und, ja, die Entscheidung, ob wir mit jemandem arbeiten, jemandem einen Auftrag geben, welchen Arzt wir wählen oder bei welchem Friseur wir uns „in guten Händen“ fühlen, hängt massgeblich von diesem „ersten Gefühl“, welches wir haben, ab.

Es lohnt sich also um die eigene Ausstrahlung, die eigenen Wirkungspotentiale zu wissen und bietet uns die Chance diese gezielt für die eigenen Interessen einzusetzen. Die Annahme, dass wir uns unserer Wirkung vollkommen bewusst sind, entspricht meist nicht den Tatsachen. Somit bleibt ein großer Teil unseres Potentials ungenutzt und kann im beruflichen (und privaten) Alltag nicht eingesetzt werden – wir bremsen uns selbst, wir verhindern das Ausleben all unserer Möglichkeiten.

Die Definition des persönlichen USP (Personal Brand) bietet uns die Möglichkeiten

– klar zu kommunizieren

– eigenverantwortlich „die Sache selbst in die Hand zu nehmen“

– flexibel und anpssungsfähig zu sein

– innere Sicherheit

… und natürlich „Glück“. Denn die Glücksforschung ist sich einig, dass wir dann am „Besten“ sind wenn wir

– uns voll einbringen

– wenn wir uns nicht verstellen, also authentisch sind

– wenn wir selbstbestimmt handeln

Und um selbst-bestimmt handeln oder uns selbst ausdrücken zu können ist es notwendig um uns selbst zu wissen — und das ist mehr als viele andere können.

Der persönliche USP setzt sich aus drei Bausteinen zusammen:

– die eigene Wirkung: Kernwirkungen (essences)

– unsere persönlichen Ziele

– unser persönlicher Mythos

Diese Methode – egometric- der fingerabdruck deiner persönlichkeit– wurde von Anna Momber-Heers, fußend auf dem essence-training von Sam  Christensen (San Francisco) entwickelt, und bietet die Möglichkeit, diese Einzigartigkeit des persönlichen Leitbildes in Worte zu fassen und gibt dem Einzelnen ein Rüstzeug mit auf den Weg, die persönliche Wirkung zielführend für sich zu nutzen.

Im nächsten Beitrag zu diesem Thema werde ich intensiver auf das Thema Kernwirkungen (essences) eingehen.

Viele Grüße. Tanja Ries.

Advertisements

4 Gedanken zu “Der persönliche USP

  1. Hallo Frau Ries ~ haben Sie Dank fuer den Beitrag. Sie sprechen mir aus der Seele. Insbesondere in der Arbeit als B2B Network Trainer stelle ich den ersten ‚gefühlten‘ Eindruck weit vor die harten Fakten. Noch ist allerdings nicht jeder soweit zu erkennen, dass Fachwissen / harte Fakten ’nur‘ notwendige Selbstverständlichkeit sind, nicht aber der USP an sich.

    Gruesse aus Wien
    Ihr http://www.MiSha.at

  2. Hallo Frau Ries, ich finde immer, das Problem ist, dass wir unseren persönlichen USP nie selbst entwickeln und realisieren können – genau wegen der Kluft zwischen Fremd- und Eigenbild. Nach wie vor ungelöst die Frage: Wie lernen wir, unsere Außenwirkung so wahrzunehmen, wie andere sie wahrnehmen: Gesprächs-Feedback, Kamera-Training oder doch nur die einmal gespiegelte Reaktion Dritter auf uns? Die Kenntnis von uns selbst bleibt also doch immer nur indirekt. Wir würden ja gerne so oder so sein wollen, das können wir uns schön zurechtlegen, ob wir unseren USP wirklich umsetzen, werden wir nie erfahren -:) Herzliche Grüße
    http://www.creative-comm.de

    • Hallo Herr Möller,

      die USP-Entwicklung nach der Methode von egometric setzt genau an dem von Ihnen beschriebenen Punkt an: der Kluft (oder auch Überschneidung ;-)) von Fremd – und Selbstbild. Der Prozess die eigenen Kernwirkungen greifbar zu machen geht über unsere Fremdwirkung und viele viele Feedbacks. Somit können wir uns dann mit eben dieser Kluft/Übereinstimmung und vor allem mit den Potentialen beschäftigen die diese Kernwirkungen zum Ausdruck bringen. Die weiteren Elemente des USP sind dann ja noch unsere Ziele und unser persönlicher Mythos (die sich u.U. schon in unseren Kernwirkungen zeigen). Erst dann können wir unseren USP formulieren. Es geht ja nicht darum zu formulieren wer wir gerne wären, sondern zu sehen was wir sind (Entwicklungsmöglichkeiten natürlich immer mit inbegriffen).
      Und natürlich können wir auch erfahren ob wir unseren USP „umsetzen“ (Ich hoffe, ich verstehe ihr „umsetzen“ richtig). Zum einen dadurch, dass es uns gut geht, dass wir glücklich sind, uns nicht verstellen, unsere Tätigkeiten zu uns passen und uns Freude bereiten, wir eigenverantwortlich agieren, zum anderen, durch die Feedbacks, die uns erreichen. Dass wir das, was wir versprechen auch einlösen.

      Viele Grüße. Tanja Ries.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s