FOKUSsierung … Ursprung? Ziel? Oder Beides?

Liebe Leser_innen,

Sie kennen die Situation vielleicht: Sie haben intensiv an und mit sich gearbeitet, Sie haben Ihr(e) Ziel(e) definiert, sich einen „ordentlichen“ Plan, nach allen Regeln der Kunst, erarbeitet. Jeder einzelne Schritt auf dem Weg in Richtung Ziel(e) ist mit einem Datum versehen – messbar, überprüfbar. Sie haben nicht irgendein Ziel gewählt, Sie haben das gewählt, wofür Ihr Herz schlägt, vielleicht geht es gar um die Verwirklichung einer Ihrer Lebensträume – und dann?

Dann fangen sich auf einmal an die Ablenkungen um Ihre Aufmerksamkeit zu streiten, eine Unvorhergesehenheit folgt auf die Nächste, Sie stolpern ab und an über einen wohl bekannten, unliebsamen Stein, der Tag, der bis dato immer genug Zeit für sie bereithielt reicht mit seinem 24 Stunden auf einmal nicht mehr aus um alle anstehenden Aufgaben zu Ihrer Zufriedenheit zu erledigen, die To-Do-Listen werden immer länger und auf Ihrem Schreibtisch türmen sich Unterlagen die Ihnen bei jedem Blick ein lautes „Bearbeite mich! Beschäftige dich mit mir! zuzurufen scheinen. Kurz: irgendwie scheint alles nicht so zu laufen wie Sie es sich vorgestellt haben, oder: Sie haben Ihren Fokus verloren.

Fokussierung – eine Begriffsklärung – bedeutet:  „scharfstellen, bündeln“; abgeleitet als „Zentrum des Interesses“ von lat. focus, „Opferstelle“, „Heim“ (Wikipedia)

In der Regel verbinden wir damit die „Fokussierung auf …“ ein Ziel, einen Zustand, ein Ding oder ein Mensch auf das/den wir unsere Aufmerksamkeit richten. Dieses „Etwas“ ist außerhalb von uns, ist zeitlich in der Zukunft angesiedelt.

In der Medizin wird der Begriff  Fokus auch verwendet als „Herd oder Streuherd, der als lokales Krankheitsgeschehen eine Fernwirkung ausübt“ (Wikipedia), was schon darauf hinweist, dass der Begriff  „Fokus“ ebenso als die Ursache betrachtet werden kann. Der Herd, dem alles entspringt – der somit ursächlich ist für unser(e) Ziel(e). Der Ursprung.

Die, aus der Wortherkunft entspringende Nähe zu dem Begriff  „Heim“ weist ebenfalls auf den „Fokus“ als den Ursprung,  etwas „Inneres“ hin. „Heim“ als „Ort der inneren Sicherheit“, aus dem heraus wir Kraft schöpfen um zielgerichtet unserer Wege zu gehen, um uns mutig auf das Neue einzulassen (denn ein in der Zukunft sich befindendes Ziel ist immer etwas „Neues“ und verlangt in der Regel ein gewisses Maß an Kreativität um es zu erreichen.

Ein kurze Geschichte hierzu:

[…]Wenn Sie sich an den Film “Rhythm is it!“ erinnern, taucht an mehreren Stellen der Choreograph Royston Maldoom auf und fordert die Kinder auf, Fokus einzunehmen. Doch es wird nicht gezeigt, was damit gemeint ist. Fokus einzunehmen heißt für die Kinder in dieser Situation (wie es ganz am Anfang des Prozesses gemacht wird): Sich ganz ruhig hinzustellen, die Augen zu schließen und sich einen Ort vorzustellen, an dem sie sich richtig sicher und glücklich gefühlt haben. Und wann immer es kritisch wird im Prozess und zu viel Unruhe auftaucht, ruft Maldoom: „Fokus“! Dann stellen sich die Kinder diesen Ort der Sicherheit und Geborgenheit vor.

Denn wenn man etwas Neues wagt, wenn man kreativ sein will, braucht man immer einen Ort, an dem man sich sicher fühlt. Den schafft man sich am Besten selbst.  […] (Dr. Gerhard Huhn – Flow Doc; Auszug aus der Dokumentation der Tagung „1+1 = 3“; nachzulesen in meiner Facharbeit: Coaching als Grundhaltung in der Kulturellen Bildung, S. 20)

Fokus/Fokussierung bedeutet somit, sich an seinen „Ort der inneren Sicherheit zu begeben“. Dies kann (wie oben beschrieben) dadurch geschehen, sich einen Ort vorzustellen, an dem Sie sich sicher und glücklich gefühlt haben. Dieser ist am leichtesten durch eine Mental – oder Phantasiereise zu manifestieren. Dieser Ort kann das Er-Innern an Ihre Erfolgserlebnisse, an das, worauf sie stolz sind in Ihrem Leben, sein. Dieser Ort kann die Definition Ihres persönlichen USPs sein, der in seiner Ausformulierung ein kraftvolles inneres Leitbild darstellt, quasi einen Kompass auf Ihrem Weg, der Sie unterstützt zu Entscheiden zwischen dem Wichtigen und dem Dringenden, der Sie daran er-innert, welche Tätigkeiten Ihnen entsprechen und somit zielführend sind, und welche Sie ablenken, der Ihnen Kraft gibt, sollten Sie über einen dieser „Steine“ stolpern und Sie wiederum er-innert, an Ihre Berufung, an Ihre Vision, an Ihren Kern, und der Ihnen den Mut gibt, den ein oder anderen Stein umzudrehen, von allen Seiten zu betrachten, und ein für alle Mal zur Seite zu legen. Dieser Ort kann ein Wert sein (was unmittelbar in Ihren persönlichen USP einfließt). Einer Ihrer persönlichen Werte mit dem Sie zutiefst verbunden sind. Für den Sie einstehen. Der Ihre motivierende Kraft – Selbstmotivation- Eros – darstellt, und aus dem heraus sich Ihre Ziele entwickeln und in seiner Erfüllung Gestalt annehmen. Das kann …

… Sie sehen, das Thema Fokussierung ist ein weites Feld und gleichzeitig untrennbar verbunden mit den Themen Werte, Ziele, Ort der inneren Sicherheit …

Fokussierung = Bündeln. Das Bündeln unserer Willensenergie. Fokussierung = Ursprung, Heim.

Ein Blogbeitrag, der noch viele weitere nach sich ziehen wird. Der Streuherd. Das Zentrum des Interesses.

Und Sie fragen sich vielleicht jetzt: Was kann ich ganz konkret tun?

Eine Möglichkeit: Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit. Zeit um sich an einen Ihrer größten Erfolge zu erinnern. Oder an Ihren letzten Erfolg. Wie war das? Was genau haben Sie erreicht. Wie hat sich das angefühlt? Begeben Sie sich in Ihrer Er-Innerung noch einmal in diesen Gefühlszustand hinein. Genießen Sie das Gefühl. Kosten Sie es aus. Lassen Sie sich Zeit dafür. Die Zeit, die Sie dafür brauchen. Genießen Sie es. Füllen Sie sich damit. Wie schmeckt dieser Erfolg? Wie riecht er? Wie klingt er? Welche Farbe hat er? Wenn über diesen, Ihren Erfolg ein Artikel geschrieben würde, welche Überschrift trägt dieser Artikel? Welche Bedingungen haben Sie unterstützt bei diesem Erlebnis? Was hat Ihnen Kraft und Mut gegeben? Haben Sie schon Bilder? Kribbelt es in Ihrem Körper?

Mit dieser klaren Er-Innerung, mit diesem wundervollen Gefühl blättern Sie nun in (einer) Zeitschrift(en) herum. Ja, genau. Nehmen Sie gerade die, die in Ihrer Nähe sind. Vielleicht liegt da auch ein Bildband, oder ein alter Karton mit Fotos oder Postkarten. Wählen Sie nun ein Bild das Ihnen ins Auge springt, das Sie anspricht, das Sie mit diesem positiven Gefühl verbinden … schneiden Sie es aus und hängen Sie es über Ihren Schreibtisch, oder stecken Sie es in Ihre Brieftasche und tragen Sie es mit sich.

Nun haben Sie schon einen „Ort“, den Sie bei sich tragen, der Sie er-innert und fokussieren kann. Der Ihnen Mut gibt für den Schritt ins Neue. Der Ihnen die ein oder andere Entscheidung erleichtern kann: Verbinde ich dieses Angebot, diese Tätigkeit mit dem Gefühl, für die dieses Bild steht? Oder eher nicht?

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim „Reisen“ … und melde mich mich weiteren „Ortsfindungsmöglichkeiten“ wieder.

Tanja Ries

P.S. Wer intensiver in das Thema „Erfolgsmomente nutzen“ eintauchen möchte, kann das in diesem Blogbeitrag von Dr. Gerhard Huhn – Flow Doc: Kennen Sie den Beckenbauer-Effekt? tun.

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