Der persönliche USP – Der „Blinde Fleck“

Liebe Leser_innen,

wie in dem Beitrag über die Kernwirkungen (essences) angekündigt, geht es heute um den „Blinden Fleck“.

Definition: Blinder Fleck bezeichnet in der Sozialpsychologie die Teile des Selbst oder Ichs, die von einer Persönlichkeit nicht wahrgenommen werden. Der blinde Fleck wird im Johari-Fensterdargestellt. (Wikipedia)

Bezogen auf den persönlichen USP bedeutet das: es gibt Komponenten in unserer Ausstrahlung die von uns nicht wahrgenommen werden, uns nicht bewusst sind. Das Dumme dabei ist: die „Anderen“ nehmen diese sehr wohl wahr und erhalten dadurch u.U. genau die Informationen von/über uns, die wir eben nicht preisgeben wollten oder die uns eben schlicht nicht bewusst sind.

Bezogen auf das Johari-Fenster nährt sich der Blinde Fleck aus den Bereichen C und D. Dem Bereich der Privatperson (in vielen Darstellungen auch „Bereich des Verbergens“ genannt) und dem Bereich des Unbekannten/Unbewussten.

Ein Klassiker, der Ihnen bestimmt schon einmal begegnet ist, das sind diese wunderbaren, grossartigen, selbständigen Frauen, die inhaltlich fundiertes und weises von sich geben, super aussehen, schon vieles geleistet haben – und – dasitzen wie ein kleines Mädchen. Die Beine eng verschränkt, oder die Knie aneinander gepresst und die Beine auf den Zehenspitzen hin – und her schaukelnd, den Kopf immer leicht nach unten oder zur Seite geneigt, nervös mit den Händen spielend – und alles was sie verbal von sich geben wird durch diesen Eindruck Lügen gestraft. „Schaut her! Ich bin unsicher! Ich darf keinen Raum einnehmen sonst werde ich bestimmt nicht mehr geliebt! Wenn ich zeige wie groß ich bin wird das Böse enden! Ich bin gar nicht gefährlich! …“ (Ein Beispiel für ein Blinden Fleck, der sich aus dem Unbewussten nährt)

Oder: die Frau die beim Einstellungsgespräch immer wieder, quasi in jedem zweiten Nebensatz, auf Ihren Freund hinweist. Dass Sie mit Ihm im Kino war, dass er so ein fürsorglicher Familienvater ist, dass er Sie gleich mit dem Auto abholt, dass er … Ja, das wird bei Ihnen einen „komischen“ Eindruck hinterlassen, wollten Sie doch mit Ihr über Ihre Arbeitsplatzbeschreibung reden, sich noch einen letzten Eindruck verschaffen, bevor Sie diese hoch qualifizierte Frau einstellen. Und nun sind Sie unsicher.

Diese Frau hat momentan gar keinen Partner und hatte Angst, als Alleinerziehende diesen, Ihr sehr wichtigen und für Sie spannenden und herausfordernden, Job nicht zu bekommen. Ihre Strategie etwas „Privates“ zu verbergen hat dazu geführt, dass Ihre Konzentration sich vollkommen von Ihr und Ihren Kompetenzen abgewandt hat – und diesem „Komischen“ zugewandt. (Ein Beispiel für einen Blinden Fleck, der sich aus der Privaten Person nährt)

Unsere „Blinden Flecken“ nehmen Raum ein. Lenken ab von dem, was wir eigentlich zeigen wollen. Der Bereich A wird immer kleiner. Der Bereich, dem das freie Handeln zugeordnet ist. Die Kluft zwischen Selbst – und Fremdwahrnehmung immer größer.

Die Bereiche B, C und D sind jedoch nicht nur diejenigen, in denen sich unsere Geheimnisse, unsere Ängste und Sorgen verbergen, bzw. sichtbar werden. Dort verbergen sich auch Talente. Unsere Wünsche und Sehnsüchte, unsere Träume und ungenutzten Potentiale. Dem Eisbergmodell entsprechend würden wir sagen, sie befinden sich „unterhalb der Wasseroberfläche“.

Die eigentliche Metapher – „unterhalb der Wasseroberfläche“
wurde erstmals in den 1930ern von Ernest Hemingway als Beschreibung seines literarischen Stils bekannt. Es sei, so Hemingway, nicht erforderlich, dass ein Autor alle Details seiner Hauptfigur erzähle. Es genüge, wenn, wie bei einem Eisberg, ein Achtel über Wasser zu erkennen sei. (Wikipedia)

Ein weitere Beleg dafür, dass es nur Sekunden braucht, bis wir uns einen Eindruck von einer anderen Person gemacht haben, bzw. sie von uns. Doch das nur am Rande.

Da wir nun wissen, dass diese Bereiche in unseren Wirkungspotentialen (Kernwirkungen/essences) sichtbar werden, lohnt es sich, sich mit diesen aus einandern zu setzen.

Licht in das Dunkel zu bringen – um strahlend, im Wissen um uns selbst, in der Entfaltung unseres vollen Potentiales, der Welt zu begegnen.

Wie viel Unabhängigkeit, Selbständigkeit, Kraft und Organisationstalent verbergen sich in der allein erziehenden Frau aus obigem Beispiel? Was würde passieren, wenn die „Kleinmädchen-Frau“ den Ihr gebührenden Raum einnimmt? Souverän und sicher ist? Wenn sie anfängt Ihre tiefe (und mit Sicherheit sehr alte) Grundhaltung anzuschauen, zu bearbeiten und zu erweitern? Was für eine angenehme, kompetente und auch einschätzbare Chefin/Kollegin könnte sie sein?

Wer noch mehr über das Johari-Fenster und den Blinden Fleck erfahren möchte kann dies HIER tun.

Ich wünsche viel Freude beim Forschen, Ent – und Aufdecken. Tanja Ries

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