(Ent)Scheiden tut weh?

Liebe Leser_innen,

die Zeit zwischen den Jahren, die Zeit um den Jahreswechsel herum ist traditionellerweise die Zeit, in der die meisten neuen, guten Vorsätze gefasst werden, in der Ziele für das kommende Jahr definiert werden und die Schritte auf dem Wege dorthin geplant … oder zumindest nehmen viele Menschen sich das vor, was dann wieder einer dieser guten Vorsätze ist ;-).

„Ich will mit dem Rauchen aufhören“, „Ich will nicht mehr so viel Essen“, „Ich will nicht mehr so viel arbeiten“ – um nur ein paar Klassiker zu nennen – das sind noch „weg von“ – Vorsätze. Gut, ein klares NEIN ist ja schon einmal ein Anfang, ein erster Schritt zu einem klaren JA, zu einem „hin zu“. Gut. Doch, wo wollen Sie denn hin?

Was wollen Sie tun an Stelle des Rauchens? Wie denken Sie, wird Ihr Leben sich verändern? Wollen Sie abnehmen? Was versprechen Sie sich davon? Geht es um Ihre Gesundheit? Um ein neues Lebensgefühl? Was ist das für ein Gefühl? Was ist das Neue, das dadurch Platz in Ihrem Leben findet? Wollen Sie nicht mehr so viel arbeiten oder vielleicht doch eher etwas anderes? Wenn ja, was wollen Sie arbeiten? Was tun Sie mit der gewonnenen Zeit?

Stellen Sie sich Fragen die Sie dahin bringen zu beschreiben WAS Sie wollen. Spüren Sie, wie sich dieses Neue anfühlt. Das entfaltet eine ungeheuer größere Kraft, denn ein „ich will nicht mehr“. Das ist lediglich ein Nein, dem noch kein Ja folgt – keine attraktives Ziel welches Sie anspornt, welches Ihnen die Kraft gibt Ihren neuen Weg zu gehen.

Und was hat das alles mit Ent-scheiden zu tun?

Jede klare Definition des Neuen trägt die Entscheidung FÜR dieses Neue in sich, was ebenso bedeutet, dass Sie auch etwas Altes hinter sich lassen. Scheiden. Abschied nehmen. Ob Sie diesen Prozess eher mit einem großen Augenmerk auf das Scheiden erleben oder die Vorfreude auf das Neue genießen – das bleibt Ihnen überlassen ;-).

Sie kennen doch das alte Lied: Winter ade! Scheiden tut weh – aber dein Scheiden macht, dass mir das Herze lacht. Winter ade! Scheiden tut weh.

Erst wenn Sie beginnen sich auf den Frühling zu freuen, und vor allem, wenn Sie ein klares emotionales Bild von Ihrem Frühling haben. Dann, dann kann auch Ihr Herz lachen.

Das meint nicht, dass Sie sich nicht gebührend Zeit nehmen können um sich von dem Alten zu verabschieden – schließlich haben ja auch die Zigaretten nun viele Jahre Ihr Leben begleitet, manch tolles Gespräch oder aufregende Begegnungen in den Raucherpausen ermöglicht, Sie in Momenten der Entspannung und des Genusses nicht allein gelassen – ja, das gilt es schon auch anzuerkennen, und da können Sie sich auch gerne bedanken und verabschieden ;-). Zelebrieren Sie diese Abschiede, Ritualisieren Sie sie.

Ent-Scheiden: FÜR das eine – bedeutet auch oft: GEGEN das andere.

Fällt es Ihnen schwer sich zu entscheiden? Hadern Sie? Schwanken Sie zwischen zwei, oder gar mehreren Möglichkeiten hin und her?

Das 10-10-10-Modell

Von Suzy Welch (das ist die Frau des Ex-General-Electric-Bosses Jack Welch) stammt das sogenannte 10-10-10-Modell, mit dem sich Entscheidungen relativ simpel und schnell treffen lassen. Dazu rät sie zunächst alle wesentlichen Informationen zum Entscheidungsproblem zu recherchieren und zu sammeln, jedoch unter folgenden Prämissen:

Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung in 10 Tagen?

Welche Auswirkungen hat sie in 10 Monaten?

Welche Auswirkungen hat sie in 10 Jahren?

Und, wie immer bei Methoden des Schreibens: Lassen Sie sich Zeit. Schreiben Sie in ganzen Sätzen. Beschreiben Sie Bilder. Lassen Sie die Gefühle zu, die die Bilder in Ihnen auslösen. Wie lebe ich wenn ich mich für X entscheide in 10 Monaten? Wie fühlt sich mein Leben in 10 Jahren an? Strahle ich in 10 Tagen?

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht die klar aufzeigen kann, was Sie wirklich wollen. Sie wissen schon was Ihnen gut tut – und – wohin Ihr Herz Sie ruft :-).

Hier noch ein Lesetip:  „Die „richtige“ Entscheidung“ – Kolumne von Alexandra Schwarz-Schilling.

Auszüge: Die Lösung besteht darin tatsächlich eine Entscheidung zu treffen. Anstatt gedanklich zwischen den Wahlmöglichkeiten hin und her zu springen und jeweils Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen, empfiehlt es sich, sich innerlich für eine der Wahlmöglichkeiten zu entscheiden und sich dann Zeit zu geben, um mit den dazugehörenden Gefühlen in Kontakt zu kommen. Diese Gefühle gilt es zu erspüren und von Gedanken (Zweifel, Sorgen, Bedenken) unterscheiden zu lernen. 

Ist die Entscheidung die für mich „richtige“ werden sich Gefühle wie Erleichterung, Befreiung und das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein breit machen. 

Ich wünsche Ihnen von Herzen einen guten Start in ein Wunder-volles 2012 … und viel Freude mit den „Bildern Ihres Frühlings“.

Tanja Ries

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Ein Gedanke zu “(Ent)Scheiden tut weh?

  1. Liebe Tanja, Deine Empfehlung, mal 100 Dinge aufzuschreiben, die mich richtig nerven – und nochmal 100, die mir Kraft geben – klang erstmal nicht allzu spektakulär. Aber ich habe ja gelernt, kluge (Deine) Empfehlungen nicht vorher, sondern hinterher zu beurteilen 😉 – und letztens im Zug, als draußen nur viel überschwemmte norddeutsche Tiefebene herumlag und sonst nichts, habe ich mich an die Listen gesetzt.

    Boah!! Zugegebenermaßen hab ich’s nur bis knapp über 60 geschafft. Und die Positivliste war vor allem lustig, weil wieder mal meine Werte dabei rauskamen. Aber die Negativliste hat es echt gebracht. Erstens, weil ich schon ungefähr bei Punkt 15 ein zweites Blatt anlegen musste, um die gleichzeitig auftauchenden Lösungen aufzuschreiben – von denen ich inzwischen tatsächlich schon eine ganze Reihe umgesetzt habe, was mein Dasein irgendwie angenehm geglättet hat – die Macht des Schriftlichen!

    Aber vor allem fingen die Dinge, die mich nerven, auf einmal an, sich zu gruppieren. Das waren nämlich gar nicht 50, 60 einzelne Dinge, die mich nerven, sondern Gebiete, und auch gar nicht mal so viele – fünf oder sechs. Dinge wie Admin/Orga; Termindruck; aber auch: Grenzkonflikte oder soziale/intellektuelle Enge. Viele kleine Nervigkeiten haben sich damit zu 5 goßen „Nervgebieten“ konzentriert. Und damit lässt sich schon wieder ganz anders umgehen.

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