Wo willst du hin? … oder: Wer sein Ziel kennt, findet den Weg

Der persönliche USP – Ziele, die erste

Liebe Leser_innen,

wir alle kennen Sprüche wie „Wer sein Ziel kennt, findet den Weg“ (Laotse), oder „Der Weg ist das Ziel“. Wir sind quasi damit groß geworden. Und doch bin ich wieder und wieder erstaunt darüber, wie wenige Menschen auf die Fragen: „Wo willst du hin?“, „Was ist dein Ziel“, „Was möchtest du damit erreichen?“, „Welchen Beweggrund hast du, das zu tun?“ eine Antwort parat haben. (Sie können das gerne mal in Ihrem Freundeskreis testen ;-)). Und wenn, dann ist es in der Regel keine präzise, keine konkrete Antwort.

Sehr beliebt, wenn ich diese Frage(n) bei Seminaren stelle ist die Antwort: „Ich möchte endlich mehr Geld verdienen. Oder halt, also konkreter, ich möchte endlich mit dem was was mir Spaß macht mehr Geld verdienen“. Ich so: „Toll, das ist ja einfach. Was machst du gerne? Krimis lesen? Super, ich gebe dir einen Euro im Monat dafür. Dann machst du was, dass dir Spaß macht und verdienst mehr Geld damit denn zuvor.“

Oder, ganz aktuell: „Ich brauche unbedingt Einladungen für die ein oder andere Berlinale -Party“. Ich so: „Ach, und was willst du da? Was möchtest du dort erreichen?“. „Na, Kontakte machen“. Ich so: „Ah, o.k. Vielleicht machst du ja Kontakt mit einem netten Barmann. Suchst du einen Mann?“. „Maaan, nein. Beruflich natürlich. Caster, Regisseure und so“. Ich so: „Stimmt, die freuen sich auch wenn Sie eine nette junge Frau kennen lernen können“. Meine Gegenüber wird so langsam grantig: „Natürlich um einen Job zu kriegen. Ich bin Schauspielerin“. Ich so: „Ach, sag das doch gleich. Du willst in irgendeinem Film mitspielen. Da treiben sich ja viele Kontaktfreudige rum. Regieabsolventen, die Leute für eine No-Budget Produktion suchen, oder …“

Sie sehen auf was ich hinaus will. Ja. Ein klar definiertes Ziel, ein emotional stark belegtes Ziel, ein Ziel, welches zu unserer Ver-wirklichung, beiträgt birgt erst die Möglichkeit der Erfüllung in sich.

„Brauchen wir denn immer Ziele? Ich lebe eigentlich ganz gut so. Das Leben ist eben wie es ist, und es gibt so vieles auf das ich keinen Einfluss habe. Das mit den Zielen, das ist doch eh nur eine Erfindung von Coaches“. – Nun gut, wenn Sie so denken und es Ihnen gut damit geht, dann ist ja alles in Butter. Sollte es Ihnen nicht ganz so gut damit gehen, und Sie sich manchmal fragen, warum Sie ab und an Menschen treffen, die so einen glücklichen und erfolgreichen Eindruck auf Sie machen (und irgendwie hätten Sie das auch gern, und irgendwie fragen Sie sich „Wie machen die das bloß“), dann macht es Sinn sich mit Ihren Zielen zu beschäftigen, bzw. aus den Wünschen, die sie heimlich mit sich tragen, eine klares Ziel zu generieren.

Die Glücksforschung ist sich, u.a., darin einige, dass ein Faktor für Glück, das Erreichen selbstbestimmter Ziele ist.

Und mal ganz ehrlich: Was bringt Sie dazu jeden Morgen aufzustehen? – Sie wollen einen Kaffe trinken? – Das ist schon ein Ziel. – Sie freuen sich auf den Auftrag an dem Sie heute weiter arbeiten werden? – Das ist ein Ziel. – Sie müssen Ihr Kind in die Schule bringen? Das Büro ruft? – Das ist ein Ziel. – … und sollten Sie bei dem Gedanken jetzt nicht ganz so viel Freude verspüren, dann fragen Sie sich doch einmal warum? Ist Ihr Kind Ihnen einfach so zugeflogen oder haben Sie freudig entschieden ein Kind zu bekommen? – Na, dann haben Sie ja schon wieder eine Selbstbestimmung. Die Schule fängt zu früh an? – Wenn Sie das wirklich, wirklich zutiefst stört, wenn das all Ihren Vorstellungen vom Leben widerspricht, dann suchen sie eine andere Schule, setzen Sie sich für eine andere Bildungspolitik ein. – Sie mögen Ihren Job nicht? – Wurden Sie dazu gezwungen? – Ach, es ist wegen des Geldes? – Gibt es denn eine andere Tätigkeit, die Ihnen Freude macht und mit der Sie Geld verdienen können? – Dann tun Sie es. – Sie werden dort super gut bezahlt? – Wofür brauchen Sie dieses Geld? Was tun Sie damit? Ist das, was Sie sich mit diesem Geld erfüllen es wert, jeden Morgen aufzustehen? – Ja? – Dann ist ja alles gut.

Und schon, sind Sie wieder selbstbestimmt.

Und sollten Sie jetzt so ein wenig „grantig“ werden über die Zeilen die Sie gerade lasen – ja, ich bin das gewohnt 😉 – ja, ich sage, Ihr Leben liegt tatsächlich in Ihrer Hand.

Der Preis, den Sie dafür bezahlen, wenn Ihr Leben Ihren klar definierten, Ihnen entsprechenden Zielen folgt, bzw. diesen entspringt, und somit Ihre Motivation darstellt, ist m.E.n. gleichzeitig der Gewinn.

Sie gehen in Verantwortung für Ihr Leben.

Es gibt kein „Ich kann ja nichts dafür, der Branche geht es gerade so schlecht“ mehr. Kein „Das liegt doch nicht in meiner Hand“. Kein „Das ist halt so passiert, ich weiß auch nicht“ mehr.

Sie können antworten. Sie sind Ihres Glückes Schmied.

Gerade gestern erreichte mich wieder eine Mail in der stand: „Am Dienstag hab ich dann beschlossen diese ganzen blöden Jobs endlich abzusagen und Karriere zu machen (und ich bin mir sicher, dass diese „Karriere“ sehr präzise formuliert war ;-). Und am Mittwoch kam dann die erste Anfrage“. Oder: „Seit ich mir über meinen Preis bewusst geworden bin, mich getraut habe, diesen aufzuschreiben – und seit dem ich klar definiert habe mit welchen Tätigkeiten ich meine Zeit verbringen und mein Geld verdienen möchte, kam keine einzige Anfrage mehr rein mit „würdest du das nicht machen, also, wir haben zwar kein Honorar dafür aber …“ (was mir sonst des öfteren passierte) und die Honorarverhandlungen sind leicht geworden. Zudem habe ich auf einmal viel mehr Zeit.“

Auch das ist ein sehr angenehmer Nebeneffekt wenn Sie wissen wohin Sie wollen: Es fällt Ihnen leicht zu entscheiden, ob die Angebote, die Ihnen das Leben so macht, auf Ihrem Weg liegen – oder nicht. So verbringe Sie weniger Zeit mit grübeln oder mit Projekten, die Sie von Ihrem Weg abbringen. Sie gewinnen kostbare Lebenszeit. Sie sind fokussiert.

Und zu guter Letzt beantworte ich noch die im Raum stehende Frage „Aus welchem Grund steht dieser Beitrag eigentlich in der Kategorie Der persönliche USP? – Ihre Ziele sind in Ihrer Ausstrahlung sichtbar und bestimmen somit auch Ihren „Ersteindruck“. Ob Sie nun auf der Berlinale-Party stehen und „irgendwie kontakten“ wollen, oder ob Sie ein lebhaftes Bild Ihrer zukünftigen Arbeit vor Augen haben, ob Sie Ihren Preis kennen, oder „mehr Geld“ haben wollen, ob Sie sich bei Ihrem Traumjob vorstellen, oder das Jobcenter Sie, unter Androhung von Kürzungen, zu einem Bewerbungsgespräch geschickt hat – all das, ist in Ihrer Ausstrahlung sichtbar.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Vorhaben – und fragen Sie sich ruhig auch bei den kleinen Dingen im Leben, den Anruf den Sie tätigen, die Veranstaltung die Sie besuchen, den Kurs den Sie belegen: Was ist mein Ziel? Was möchte ich damit erreichen? Wo will ich hin? – und ja: einfach Spaß haben ist auch eine legitime Antwort; vorausgesetzt Sie wissen was „Spaß haben“ für Sie bedeutet ;-).

Tanja Ries

P.S. Das Thema „Ziele“ ist ein weites Feld, daher auch „Ziele, die erste“ – weitere Blogbeiträge zum Thema folgen.

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2 Gedanken zu “Wo willst du hin? … oder: Wer sein Ziel kennt, findet den Weg

  1. NEIN sagen gilt nicht als populär, klingt so negativ. Aber NEIN sagen zu allem, was einem nicht gut tut tut gut! Und schafft den Raum für das richtige JA.

    • Wenn es – nach all den vielen Neins – dann auch zu einem Ja kommt: Gut. Bei einem Nein schließen wir eine Möglichkeit aus, und scheinbar tausende stehen uns noch offen. Bei einem Ja treffen wir eine Wahl, fällen eine Entscheidung – und der Preis dafür ist, auf all die vielen anderen Möglichkeiten zu verzichten. Der Gewinn jedoch ist eine tiefe Zufriedenheit und das die Möglichkeit ein selbstgewähltes Ziel zu erreichen – Grundvorraussetzungen für Glück.
      Also, ich persönlich, ich stehe auf Ja! 😉

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