„Leben einhauchen“ – Die Sache mit der Inspiration und den Rahmenbedingungen

Liebe Leser_innen,

ich kann kaum noch zählen über wie viele Blogbeiträge, Zeitungsartikel und Bücher ich in der letzten Zeit gestolpert bin die sich mit der Frage, bzw. mit der Lösung der Frage(n): Was inspiriert mich? Wie kann ich mein kreatives Potential wecken, meinen kreativen Output vergrößern? Wie bekomme ich Ideen? … undsoweiterundsofort beschäftigen. Viele davon lesen sich gut, machen Spaß und sind amüsant, oder stellten gar an der ein oder anderen Stelle eine Inspiration für mich dar. Einige dieser Beiträge kommen wie ein Leitfaden daher: So ist es! Für mich (den/die Autor_in) und somit für alle!

Das ist (leider) ein Trugschluss. Wie bei so vielem im Leben – wie dem Lernen, der Entspannung, der Art und Weise wie wir mit Konflikten umgehen, unser Arbeiten gestalten oder unser Marketing betreiben – gibt es auch bei der Inspiration nicht den Weg, oder das Geheimrezept. Unsere Wege sind so individuell und unterschiedlich wie unsere Einzigartigkeit als Persönlichkeit. Untrennbar verbunden mit den optimalen Rahmenbedingungen die für jede_n Einzelne_n ein gleichfalls maßgeschneidertes Gewand darstellen. Was wir können, das ist uns gegenseitig dabei inspirieren diese Wege und Bedingungen zu finden und unsere jeweilige Andersartigkeit anzuerkennen.

Doch, was ist das denn nun eigentlich, die Inspiration?

In seinem Wortursprung bedeutet Inspiration (lat) – Beseelung, Einhauchen von Leben, Ausstatten mit Geist (in der Medizin verwendet für: das Einatmen) – und wird im allgemeinen als die mentale Kraft die neue Ideen hervorbringt, häufig durch ein Erlebnis, z.b. Begegnung mit einem Menschen (den Musen) – verstanden. Das Konzept der Inspiration geht davon aus dass Kreativität und Originalität im Menschen durch Auslöser von außen in Gang gesetzt werden.

Was beseelt Sie? Was haucht Ihnen Leben ein?

Haben Sie eine Muse auf die Sie sich verlassen können? – Welch luxeriöser Zustand ;-). Sind es die Begegnungen mit Menschen? Oder vielleicht Worte? Also, das Wort an und für sich. Oder gedankliche Zusammenhänge? Ist es ein Ton? Ein Geruch der eine Erinnerung in Ihnen auslöst? Oder eine Melodie die vom Nachbarhaus zu Ihnen herüber weht? Ist es der Anblick einer Blume oder das Rauschen des Meeres? Vielleicht ist es auch das Muster, welches die Autos heute morgen im Verkehrschaos gebildet haben? Oder die Farbe des Halstuchs der Bäckerin bei der Sie gerade ein Croissant gekauft haben? …

Und, an was für einem Punkt im kreativen Prozess hat Sie die Inspiration erwischt? Haben Sie schon ganz viele Fakten gesammelt und sich das Hirn zermartert um die Lösung für ein bestimmtes Problem zu finden? Und dieses eine Wort, dass Ihnen beim Lesen eines Artikel ins Auge gesprungen ist hat dieses „Aha“ ausgelöst und Ihnen klar und deutlich die Lösung präsentiert? Oder hat dieses Wort gerade erst einen Prozess in Ihnen ausgelöst, eine schwelendes Etwas, ein „schwanger gehen“ von dem Sie noch nicht wissen wo die Reise endet? Und, ist das dann beides Inspiration?

Glücklicherweise gibt es nicht DAS Rezept. Das macht die Reise, und den Moment, in dem es uns dann „erwischt“ immer wieder aufregend und neu.

Was Sie tun können, das ist zurückblicken auf Ihre inspirierenden Momente im Leben und im Wissen darum, in Ihrem Muster, dass Sie dann erkennen, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Ihre optimalen Bedingungen einen „Hauch“ einzufangen. (Ja, ich finde, dass diese i.d.R. unterschätzt werden, dabei sind sie so einfach zu gestalten).

Mitch Ditkoff beschreibt in einem (sehr amüsanten und augenzwinkernden) Artikel die „20 Reasons Why Creative people Like to Go to Cafes to Work“. Ich weiß nicht wie viele Kreativwirtschaftler täglich die Berliner Cafes bevölkern (allen voran das Oberholz) und auf den göttlichen Funken warten oder ihn gar erlangen. Für mich ist ein volles, lautes Cafe an einer belebten Staßenkreuzung der sicherste Weg auf keinen Fall diesen „Funken“ erhaschen zu können. Mir ist das zu viel, eine Überforderung an Eindrücken die es mir verunmöglicht eine Inspiration als solche zu erkennen. Leo Babauta beschreibt in seinem Blogpost „Be inspired“ sieben, für ihn verlässliche, Tätigkeiten, Haltungen und Maßnahmen die ihn inspirieren, wie z.B. die Hinwendung zu den Anderen, die Dankbarkeit und das Staunen über das Leben, ebenso wie das Lesen von Blogs.

All das sind Rahmenbedingungen die Sie sich schaffen können um eine einladende Atmosphäre für den „göttlichen Funken“ zu schaffen.

Ich sitze gerade auf meinem Balkon und schau ins satte Grün. Mein Sommerplatz, der mir sowohl Konzentration als auch Inspiration gibt. Hier kann ich in Ruhe meine Gedanken ordnen, die Inspiration kristallisiert sich quasi, wird fassbar. Am Besten gelingt mir das, wenn ich in meinem Leben eine (für mich) optimale Abwechslung von intensiver Begegnung mit Menschen (direkter Austausch, maßloses Surfen im Netz) und Rückzug habe. In meinen Rückzugsphasen ist es für mich wichtig an einem schönen Ort zu sein, ein Ort der Weite und Klarheit verkörpert. Perfekt ist es, wenn ich ausreichende Ressourcen in greifbarer Nähe habe. Das klappt eigentlich immer. Nur manchmal, manchmal ist es ganz anders … da stehe ich inmitten einer lärmenden, überfüllten, wilden Großstadt mitten auf einer großen Kreuzung –  und es erwischt mich ;-).

Was inspiriert Sie? Was sind Ihre optimalen Rahmenbedingungen um den „göttlichen Funken“ einzuladen?

Ich wünsche Ihnen einen inspirierte Zeit. Tanja Ries

P.S. Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt freue ich mich über ein „teilen“ auf facebook oder twitter.

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