Muße I …über die Muße und so

Liebe Leser_innen,

nicht nur dass die Muße in diesem Jahr eines meiner zentralen Themen ist, ich habe habe auch in meiner eigenen Social Media Aktivität festgestellt wie flüchtig ich gerade mit Informationen umgehe, wie schnell ein Hinweis auf einen Artikel oder ein Thema schon in kürzester Zeit in einer Flut von Posts, tweets, newslettern … untergeht.

So sammle ich nun monatlich, meist einem Thema zugeordnet, das was mich bewegt hat. In der Hoffnung auch Ihnen eine Zeit der Muße, des sich treiben lassen’s zu schenken.

Viel Freude damit.

Muße

Mit Muße bezeichnet man die Zeit, welche eine Person nach eigenem Wunsch nutzen kann, um sich zu erquicken und zu erbauen (Wiki)

Ein Interview mit dem Philosophen Stefan Brotbeck:
Wir brauchen mehr Muße um nicht zu verblöden
Was können wir tun, um aus dem hektischen Alltag auszubrechen?
Das Gegenmodell ist die schöpferische Musse. Freiräume, wo wir nicht weitere Daten verarbeiten, sondern Taten vorbereiten können, wo wir Zeit haben fürs Gespräch und Entdeckungen, ohne einer gebundenen Marschroute zu folgen. Schöpferische Musse steht für Lichthöfe des Möglichen, für Räume des Nach-, Mit-, Voraus- und Umdenkens.
Das erlauben wir uns am ehesten auf Reisen, zum Beispiel wenn wir planlos durch eine Stadt schlendern. Im Alltag ist das selten.
Wir haben leider keine Mussekultur, denn Musse ist für uns nur Freizeit. Und Freizeit ist nichts anderes als ein Anhängsel zur Arbeitszeit; sie ist rechtlich geregelt, fast wie eine Krankheit. Das zeigt, dass wir die Musse noch gar nicht verstanden haben. Sie ist kein Lazarett, wo man sich kurz als Bettlägriger erholt, um dann wieder an die Front zu gehen.

Nicht nur, dass es schlicht Spaß macht, sich der Muße hinzugeben, selbstbestimmter, absichtsloser Zeit, nein, unser Gehirn braucht diese Zeiten des Nichtstuns – so hat es Zeit seine „neuronalen Geschäfte“ zu ordnen. All die neuen Eindrücke und Inputs die wir gesammelt haben an das schon vorhandene Wissen anzudocken, neue Netzwerke anzulegen.

Sie kennen das. Ohne die Ruhe, ohne die Inkubationszeit, kann auch nichts Neues entstehen.

Daher hier noch einmal ein Hinweis auf meinen Artikel Plädoyer für (Frei)Räume

Oder schalten Sie doch einfach mal das Licht aus Im Dunkeln ist gut Denken

Offenbar versichern wir uns im Leerlauf unbewusst unserer Geschichte und eigenen Identität und legen so erst die Grundlage für unser Selbstgefühl.
Das ist ein Zitat aus dem Buch Muße: Vom Glück des Nichtstuns von Ulrich Schnabel
Ein ganzes Buch das sich mit diesem wundervollen Thema beschäftigt. Und neben der Geschichte der Muße, dem was uns oft davon abhält, der Galerie großer Müßiggänger_innen, Muße und Flow und was eigentlich in unserem Gehirn so passiert im Zustand des Nichtstuns gibt es natürlich auch Tips wie wir die Muße (wieder) in unser Leben einladen können. Denn: Müßiggang will gelernt sein.

Das hört sich ja schon fast wieder nach Zeitmanagement an? – Ja, irgendwie schon. Es macht zumindest so lange Sinn uns Mußezeiten einzuplanen bis sie wieder selbstverständlicher Bestandteil unseres Lebens sind.
Dazu der schöne Artikel How to be the Jedi Master of Your Own Time. Yoda meets Eisenhower.

Unvergessen zum Thema auch die brand eins mit dem Schwerpunkt: Nichtstun vom August 2012. Lohnt sich!

Und wo immer auf der Welt Sie gerade sind, hier ist eine Website mit Cafés die zur Muße einladen Guide for Universitiy Coffee Places (where you can Not only work but also think)

Und zu guter Letzt, ein Song der Sie sofort in einen entschleunigten Zustand versetzt Where are we now von David Bowie.

Ich wünsch Ihnen viel Spaß beim Stöbern und beim „müßig gehen“. Tanja Ries.

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Ein Gedanke zu “Muße I …über die Muße und so

  1. Ein guter Artikel. Ich selbst habe vor einiger Zeit festgestellt, dass ich mir auch mal wieder kreative Pausen gönnen muss. Auf der Arbeit geht das leider nicht und Zuhause ist auch immer etwas los. Meine Lösung heißt Deutsch Bahn. Statt auf der Autobahn im Stau zu stehen, setze ich mich in die Bahn, setze meinen Kopfhöhrer auf und lese (so wie jetzt) täglich fast 2 Stunden. Vorher habe ich ewig nicht die Zeit dazu gefunden und auch wenn ich so einen längeren Arbeitsweg habe, gewinne ich doch jeden Tag Zeit für mich.

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