Warum Luxus eine Notwendigkeit ist, und Kunst doch vom Können kommt

Liebe Leser_innen,

in diesem Artikel wird es weder um Cartier-Uhren noch um Kaviar gehen – gut um Champagner vielleicht, aber dazu an späterer Stelle* – nein, es geht vielmehr darum was Sie persönlich als Luxus erleben und aus welchem Grunde gerade dieses Erleben eine Not-wendigkeit (die Not wenden) darstellt. Vor allem wenn Sie ein „aus der Fülle schöpfendes“ Leben führen wollen.

Es freut mich, dass Sie sich gerade den Luxus gönnen diesen Beitrag zu lesen – es ist ja nun ein offenes Geheimnis, dass Zeit mittlerweile ganz oben auf der Liste der Luxusgüter in unseren Breitengraden steht – und wenn Sie schon dabei sind, dann halten Sie doch lurz inne, legen den Artikel beiseite, nehmen Stift und Papier zur Hand und schreiben mindestens 50 Sachen unter der Überschrift „Wenn ich es mir leisten könnte würde ich … auf. Ja, schreiben Sie alles auf was Ihnen einfällt. Von der neuen Hose die sie sich wünschen über dieses teure Meersalz an dem Sie immer vorbeilaufen bis hin zu der Weltreise oder dem Haus am See.

Und, wie war es? Ist es Ihnen leicht gefallen? Sind die Ideen gerade aus Ihnen herausgesprudelt oder kamen Sie ins Stocken?

Ich habe diese Übung gerade vor drei Tagen im Rahmen eines Seminars wieder gemacht, sie danach kurz überflogen, mir drei, vier Worte notiert, sie wieder weggelegt – und erstaunliches erlebt.**

Kurzer etymologischer Einschub

Luxus. Was bedeutet das eigentlich? In seiner Wortherkunft lateinisch steht er für „üppige Fruchtbarkeit, verschwenderischer Aufwand, Schlemmerei, Ausschweifung. Über das übliche Maß hinausgehend, dass in einer Gesellschaft als notwendig oder sinnvoll erachtet wird.

Mir gefällt die „üppige Fruchtbarkeit“, das „aus dem Vollen schöpfen“ das darin liegt und die negative Konnotation die schreibe ich jetzt einfach mal dem hohen Stellenwert der Mäßigung und des Verzichts unserer christlich geprägten Gesellschaft zu.

Um schöpferisch (künstlerisch und/oder kreativ) tätig zu sein brauch es die Fülle. Die Möglichkeit der Wahl, das Gefühl, etwas zu tun vermögen. „Ich vermag etwas.“ Ich bin vermögend.“

Kurzer etymologischer Einschub:

Kunst ist ein deutsches Wort. Bereits im Althochdeutschen lautete es kunst (Plural kunsti), im Mittelhochdeutschen kunst (Pl. künste). Ursprünglich ist kunst ein Substantivabstraktum zum Verbum können mit der Bedeutung „das, was man beherrscht; Kenntnis, Wissen, Meisterschaft“. Die Redewendung „Kunst kommt von Können“ ist also etymologisch, dem Wortursprung nach, richtig.

Kunst = Abstraktum zu „können“

können = [1] etwas zu tun vermögen, [2] durch bestimmte Umstände etc. die Möglichkeit haben, etwas zu tun

Möglichkeit: zu Grunde liegt „mögen“ = [1] zur Wahl stehende Entscheidungsvariante, [2] bezeichnet das Vermögen oder die Fähigkeit, [3] (geringe) Ereigniswahrscheinlichkeit

Eine Möglichkeit sich mit dieser Fülle (wieder) vertraut zu machen und zu verbinden ist Luxus (=üppige Fruchtbarkeit). Ihr Gefühl von Luxus. Julia Cameron nennt hier ein schönes Beispiel von einer Künstlerin, für die eine Schale frischer Himbeeren, ganz gleich zu welcher Jahreszeit, der inbegriff von Luxus ist. Und was ist das schon, in Geld gemessen, selbst wenn dies im Winter 5€ pro Schale sein sollten, gegenüber all den Dingen, für die wir täglich Geld ausgeben. Weniger denn 1€ pro Tag. *Für mich ist Champagner der inbegriff von Luxus. Wenn schon was trinken, dann Champagner. Da ich im Jahr i.d.R. höchsten 2-3 Flaschen dieses Luxusgetränkes öffne, liegt dies, sogar wenn wir mit einem Preis von 50€ die Flasche rechnen, bei 45cent pro Tag. Und die Flasche kann monatelang in meinem Kühlschrank liegen und mir bei jedem Öffnen desselben ein luxeriöses Gefühl vermitteln.

**Am Abend des vorhin benannten Seminars musste ich noch in die Apotheke und wollte mir dann auch gleich eine Hautkur von Hauschka holen. Ein wenig Luxus. Eine Sache auf meiner Liste, die ich erinnerte. Die Kur war nicht vorrätig und es war der Apotheke auch nicht möglich diese zu bestellen. Auf dem Nachhauseweg fiel mir dann wieder dieser wunderschöne Laden ein, an der Ecke Stein-/Gormannstraße, mit diesen duftenden Rosenbüschen vor der Tür, an dem ich, durchs Schaufenster guckend, immer diese wunderschönen bunten Flaschen die, farblich wohlsortiert, in zurückhaltendem, schlichten aber edlen Design fast gar ein Kunstwerk bilden, bewundere. Dort gibt es auch Hauschka. Das Ende vom Lied: eine Stunde später habe ich glücklich, strahlend und entspannt den Laden wieder verlassen – nach einer erfrischenden Gesichtsbehandlung, mit einem neuen Zauberelexier auf der Haut, mich nicht nur wie „neu geboren“ fühlend. Ich sehe auch so aus. Immer noch. (Sollte eine_r von euch demnächst eine Frau sehen und denken: „Huch, sieht aus wie Tanja in frischer.“Das bin dann ich.)

Zuhause angelangt las ich dann meine Notizen nochmals durch. Da stand: Schönheit, Veränderung, Ruhe/Erholung, „ich gönne mir was“.

So schnell kann es gehen sobald wir unsere Bedürfnisse formulieren.

Lesen Sie doch noch einmal Ihre Liste durch. Um was für Bereiche in Ihrem Leben geht es? Welche Grundbedürfnisse kristallisieren sich anhand Ihrer Wünsche heraus? Bedeutet Luxus für Sie Zeit? Erlebnisse mit Ihren Liebsten? Sich mal wieder verwöhnen? Ordnung schaffen? Eine Hängematte vielleicht? Oder ein neues Paar Schuhe? Und die wichtigste Frage: Was können Sie jetzt sofort umsetzen? – Tun Sie es.

Versetzen Sie sich in einen Zustand der Fülle. Seien Sie vermögend. Seien Sie verschwenderisch … mit Ihrer Zeit, Ihrer Liebe … und manchmal tun es auch fünf Rädchen Wurst auf einem halben Brötchen.

Jedes schöpferische Tun entspringt dem Wissen: Alles ist da. Ich kann wählen. Ich vermag etwas. Und abgesehen davon fühlt es sich einfach großartig an und lässt Sie strahlen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei. Tanja.

P.S. Das wichtigste: Der Wunder-Laden heißt WHEADON und ich kann einen Besuch dort nur wärmstens empfehlen.

P.P.S. Ich habe über das Thema hier im Blog schon einmal geschrieben – mit einer höheren Konzentration auf den Mangel.

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